Camping-Beute

Unser Camper-Dasein nimmt Formen an! Und was für welche!

Als Camper kommt man nicht um das Mekka der Wohnwagen-/ Wohnmobil-besitzer herum:

Obelink in Holland!

Sehr praktisch, direkt hinter der deutschen Grenze im wunderschönen Gelderland pilgert der Camper gen Obelink, das blaue Imperium in der platten Landschaft.

Es gibt einige sehr schöne Campingplätze in Schlagdistanz des Ladens, das ist sicher KEIN Zufall!

Wir hatten uns den Campingplatz Vreehorst in Winterswijk ausgesucht. Und wir wurden ganz und gar nicht enttäuscht, ein ganz toller Campingplatz! Hier könnt ihr euch informieren:

Camping Vreehorst

Hingefahren, abgehängt, eine Nacht campiert und am nächsten Morgen ging es los. Auf zu Obelink!

Obelink

In meiner Tasche ein langer Einkaufszettel!

Noch bevor wir wirklich in dem Laden drin waren, fanden die ersten nützlichen Dinge schon ihren Weg in den Einkaufswagen.

Ich weiß auch nicht, wie das immer passiert!

Wir schafften es tatsächlich, alle auf dem Zettel stehenden Dinge einzukaufen, wenn auch in drei Anläufen. Ja richtig, wir waren DREIMAL dort!

Einkaufen macht hungrig, da wir aber zu erledigt vom shoppen waren für irgendwas Anderes, haben wir gleich die ansässige Obelink-Gastronomie genutzt. Also, eine richtige Esskultur haben die Holländer definitiv nicht.

Dicke Burger, undefinierbare frittierte Rollen mit irgendwas Matschigem darin, Pommes…war nicht so meins. Aber was solls, andere Länder, andere Essgewohnheiten.

Und was haben wir denn nun alles gekauft?????

Ist ein bißchen schwer zu erkennen, ich zähle mal auf:

ein Vorzelt, das wir direkt in unsere Markise einhängen können, ohne Löcher in die Außenhaut des Wohnis zu bohren. Das war unsere Voraussetzung, wer bohrt schon freiwillig in seinen Wohnwagen???

Abspannseile dafür.

Passend dazu die Schürze für den luftigen Spalt unter dem Wohnwagen mit passender Radabdeckung, die hat sogar Taschen für alles Mögliche zum Verstauen.

Keile in klein und groß, damit das Wägelchen immer gerade steht.
Dazu noch so Erhöhungen, wenn der Boden sehr uneben ist, um verschiedene Höhen auszugleichen (da wäre ich nie drauf gekommen, dass man sowas braucht als Camper!)

Zweimal Zeuchs für den Fäkalientank, damit da nichts riecht und sich sonstwie selbständig macht.
Wischiwaschi für den Wohni, das macht auch gleich die unschönen schwarzen Streifen von den Gummidichtungen mit weg und Acrylputzi für die Scheiben.

Reiniger für die Wasseranlage, damit kein Frosch drin nistet, oder Bakterien oder sowas.

Abspanngurte für unsere Markise, wenn das Zelt da noch mit drin hängt, nicht dass es um- oder überklappt, haben wir im Urlaub gesehen, wie so eine Markise über das Dach geklappt ist: Markise kaputt, Dach beschädigt, sehr unschön.

Eine Verlängerung für die Stützen, damit Mann sich nicht mehr bücken muss, um die Stützen hoch und wieder runter zu kurbeln.

Und einen Fön! Wir besitzen tatsächlich nur einen Fön! Mein Mann braucht ja Keinen, aber ich! Leider unser Sohn auch. Entweder er ohne Fön oder ich….
Also ist ein Fön noch mit in den Einkaufswagen gewandert.

Unser Cadac Grill, der auf dem Foto zu sehen ist, ist nicht vom großen O, da haben wir Glück gehabt, den hat uns unser Campingnachbar in Vreehorst vermacht! Fast neu, nur wenig benutzt, für einen guten Kurs! Camping macht Freunde!

Cadac Safari chef

Aber den passenden Gasschlauch dafür, den gabs natürlich noch beim dritten und letzten Einkaufsanlauf noch vom großen O.

Und was wir auch gekauft haben, sind zwei klappbare Näpfe für unsere Hundedame, eine Fußmatte, an der man sich Steinchen, Dreck und Krümel abtreten kann und bestimmt noch etliche Teile, die ich jetzt vergessen habe, aufzuzählen.

 

 

Sanitärhäuschen sucht Platzangst

Ich wollte nie Camping machen. Der Gedanke an dunkle Sanitärhäuschen, Gemeinschaftsduschen, verklebte dunkle Toiletten gruselt mich richtig.

Ich bekomme dort Platzangst, genauso wie in kleinen Fahrstühlen.

Mein Mann, Freunde, alle, die es gut mit mir meinen, haben mich überzeugt, dass es das heute nicht mehr gibt. Der Anspruch an die Campingplätze ist da allgemein doch gewachsen.

Das Internet liefert Tausende Ergebnisse zum Thema „Sanitärgebäude auf Campingplätzen“.

toilettenschild

Alles sehr zufriedenstellend!

So sind wir zu Campern geworden. Die Story mit dem Wohnwagenkauf kennt ihr ja bereits. Nun sind wir das erste Mal auf große Fahrt gegangen und es wird Zeit für ein erstes Campingplatz-Sanitärhäuschen-Resümee.

Also ganz vorneweg: es gibt Sone und Solche!

Wer hätte das gedacht?

Aber der absolute Hit war ein kleiner Campingplatz mitten im Nirgendwo zwischen Bayern und den ersten österreichischen Gefilden.

Das Sanitärhäuschen war schon recht in die Jahre gekommen, aber sauber. So weit, so gut.

Es war dunkel darin, auch bei Tage (Wald drumherum). Als Lichtquelle dienten eine Reihe Baumarkt-Baulampen, die, mit dem Gitter um das Glas. Darin funzelte jeweils eine maximal 40 Watt Birne herum, die es gerade so schaffte, das Lampengehäuse auszuleuchten.

Mir war mulmig.

Mir war gar nicht campingmäßig.

Und dann kam noch das Wissen dazu, dass das Licht an die Duschmünze gekoppelt war, die mir die Campingplatz-Betreiberin in die Hand gedrückt hatte.

Zehn Minuten warmes Wasser und zehn Minuten Licht!

Das hieß: ausziehen, am Besten die Duschmünze erst einwerfen, wenn man schon nackig ist, duschen, Beine rasieren, Haare waschen, abtrocknen, eincremen, anziehen, rauslaufen. Alles in zehn Minuten.

Stress!

Die Vorstellung, in dem Gebäude mit seinen Reihen geschlossener Türen, geschlossener Türen und Fenster im Dunkeln allein zu sein, passt nicht in meinen Kopf. Zu groß bläht sich das Grauen da  auf, wo normalerweise alle Körperfunktionen ihre Arbeit tun.

Mein Magen rumort, mein Herz schlägt wie verrückt, ich habe trotz der Hitze und des warmen Wassers Gänsehaut und meine Beine schlackern mehr, als sie das ohnehin schon tun.

Platzangst!

platzangst

Panische Anfälle, mein blumiges Vorstellungsvermögen zaubert Unmengen bizarrer Bilder, die ich gar nicht sehen möchte. Augen zu nutzt nichts, das Kino findet ja in meinem Kopf statt.

Hier kann ich nicht bleiben. Wer kommt auf so eine Idee? Das Licht an das warme Wasser zu koppeln?

Meinen Mann brauche ich erst gar nicht überzeugen, der hat keine Platzangst, findet das aber auch mehr als beschissen.

Wir hängen unser Häuschen wieder an und wenden uns Österreich zu. Kommen die Ösis auch auf so verrückte Ideen?