Schubladen und andere Mysterien

Ich gebe es zu!

Ich habe Welche!

Bermuda-Dreiecke in Form von Schubladen.

Schubladen sind wirklich verführerisch:

Lade auf, Zeug rein, Lade zu. Sieh zu, blöde Schublade, wie du damit fertig wirst.

Bähhhhmm, nimm das, du Schublade…. und wieder verschwindet etwas im Nirwana.

Das Zeugs ist aus dem Weg, es liegt nicht mehr herum, soll die Schublade doch sehen, was sie mit dem zusammenhanglos zusammengepferchten Zeugs anstellt.

Das wirklich Erstaunlichste an solchen Nirwana-Bermuda-Dreieck Schubladen ist allerdings, dass ich immer genau weiß, in welcher Rumpelschublade welches Zeugs liegt.

Und dann kommt der Tag des tatsächlichen Verhängnisses:

mich überfällt die Dienstbeflissenheit der Schubladen-Retterin.

Ich räume auf.smiley_emoticons_mttao_wischmop

Zeug, das schon jahrelang der Schublade unnötige Blähungen beschert, kommt in die Tonne! Alles, was ich länger als ein jahr nicht mehr gebraucht habe, kommt weg.

Es wird alles sortiert, thematisch, nach dem Sonnenstand, oder alphabetisch oder eben nach dem, was ich so logisch zusammenhängend finde.

Der Erfolg dieser Aktionen ist immer Dergleiche:

Das Dingen, das ich ein Jahr nicht gebraucht habe und das nun ein Ende in der Mülltonne gefunden hat, wird spätestens drei Tage nach meiner Aufräumaktion dringend benötigt! Und natürlich ist es Samstag abend nach 21 Uhr und wir sitzen da und brauchen dieses Dingens!

Ein weiterer Erfolg meiner blödsinnigen Schubladen-Rettungsaktion ist, dass ich garantiert gar nichts wiederfinde! Meine Sortierlogik hat eine kurze Halbwertzeit. Ich suche etwas, was ich noch vor kurzem zielsicher sofort im Gerümpel der Schublade gefunden hätte. Nun schlage ich mich mit  der Frage herum, welcher geniale Sortierlogarithmus mich gebissen hat und wo ich es nun hinsortiert habe.

Es hat sich noch nie eine Schublade dafür bedankt, dass ich sie von ihren Überfüllungsblähungen gerettet habe.

Und trotzdem falle ich regelmäßig wieder darauf herein, oder der Sirenengesang der ordnungsliebenden Finanzbuchhalterin schlägt erbarmungslos zu.

Schubladen aufräumen ist was für Gedächtnis-Trainer, Samstags-abends-herumärger-Fetischisten oder für Menschen mit dem Hang zum Selber ärgern.

Es lebe die Schublade! smiley_emoticons_sofa_huepf

Alpha Centauri war auch schon mal näher…

habe ich heute selbst erlebt.

Manchmal scheinen sich meine Synapsenverbindungen, Geistesblitze, Neuronengletscher und Gedankenbauplätze eben auf diesen Planeten verzogen zu haben.

Ich kenne das schon. Immer, wenn ich mich darüber aufrege, dass ich länger brauche, auf eine Frage zu antworten,  als ein Faultier braucht, um einen Ast höher zu klettern, kommt dieser Satz:

-“jaaa, das kenne ich. Hatte ich gestern auch, manchmal kommt man eben nicht drauf.”

Das ist soo gut gemeint von allen, bei denen nicht die olle Tante MS wohnt.

Brrr. Ich komm dauernd nicht drauf. Schei–bieeep–e.

Mich nervt das. Ich weiß, meine Umwelt meint es gut, wenn sie mir sagen, dass ihnen hin und wieder das Gleiche passiert. Es nervt mich trotzdem.

Heute habe ich mich ernsthaft gefragt, wohin eigentlich mein Gedächtnis ausgewandert ist. Auf Alpha Centauri habe ich schon nachgeguckt und es nicht gefunden.

Meine Gedanken wuselten heute um Feiertage, Geburtstage, Verwandte und solch gedächtnislastiges Zeug herum.

Mir fiel doch ums Verrecken nicht das Geburtsdatum einer lieben Freundin ein. Jede Gedankenbrücke, die ich gebastelt habe, endete im Nirgendwo. Der Name einer meiner Tanten ist ausgewandert. Zumindest aus meinem Kopf. Gut, ich habe sie Jahre nicht gesehen oder gehört.  Aber hallo???

Ich finde das alles wieder, aber nicht im entscheidenden Moment.

Da isses weg.

Gelöscht.

Nicht mehr da.

Schwarzes Nirgendwas

Manchmal bastelt dann auch mein Sprachzentrum lustige Sachen.

Aus Bratpfanne wird dann mal eben ne Pfatbranne.

Oder aus der simplen Bemerkung: “die Sonne scheint” wird ” die Scheine sonnt”

War Alpha Centauri nicht auch schon mal näher?