Muckibuden und andere seltsame Orte

Meine Hausärztin meinte es gut und stattete mich mit einem Rezept für Funktionstraining aus. Mit diesem Berechtigungsschein in der Tasche machte das Snusel sich auf in eine zugegeben recht provinzielle Muckibude. Da das Snusel ja Zeit hat, hat es sich vormittags auf den Weg in den Fitnesstempel gemacht.

Das war eine Entscheidung, die Snusels Meinung über derartige Zentren nachhaltig beeinflusst hat……

Zu dieser für die arbeitende Bevölkerung recht ungünstigen Stunde hatten einige rosa-gewandete Damen die Fitnessgeräte, die ganz und gar günstig dicht beieinander standen, erobert.

Ich meldete mich artig am Tresen an und der Besitzer des Tempels latschte mit mir im Schlepptau durch  den Raum, der mit seltsam anmutenden Geräten vollgestopft war. Er erklärte mir einige Geräte und murmelte etwas von “selber wissen, was Einem guttut…”

Häh? Woher bitte?

Und die andere Hälfte der Zeit sollte ich in einer Ecke auf einer einsamen Gummimatte mit Solo-Gymnasik in einer Art “one-woman-show” verbringen.

Snusel allein auf der Matte…..

Während dieser ganzen Vorstellung verfolgten mich gebannt sechs Augenpaare, die dazu gehörigen Hintern befanden sich auf diversen Fitnessgeräten. Bereits erwähnte Damen genossen offensichtlich die Abwechslung, die meine Einführung in die Welt der Fitten und Sportlichen bot. Das Tempo und die Intensität, mit der die Geräte von den rosa T-Shirts benutzt wurden, ließ mich im Kopf ausrechnen, dass bei allem Wohlwollen die Damen 27,5 Jahre bräuchten, um auch nur ein Kilo Gewicht zu verlieren. Das ließ mich ins Zweifeln bezüglich des vordergründigen Sinns und Nutzens eines Fitnesstempels geraten, zumal ausnahmslos alle rosa T-Shirts ein gutes Stück jenseits der Größe M lagen.

Der absolut dynamische Besitzer der Muckibude wars wohl zufrieden mit seinen Ausführungen, jedenfalls überließ er mich mit meinem Rezept meinem Schicksal.

Wie sich geneigter Leser und geneigte Leserin vielleicht denken können, war mein Bedarf an Muckibuden weitgehend gedeckt. Mag es Bessere geben, aber mein Ding ist das nicht:

Laufen, und nicht voran kommen….
Fahrrad fahren und nicht voran kommen…..
Beinpressen und so ein Zeug sind nicht mein Ding.

Ich bin lieber draußen und komme auch gern vom Fleck, wenn ich mich bewege.

Und ich trage dabei keine rosa T-Shirts!

Der zweite seltsame Ort, den ich wenig später antraf, war ein kleines Schwimmbecken mit einer Gegenstromanlage. Quasi eine Schwimmhalle im Kleinformat.
So wie die Z-Spur der Modelleisenbahn.

Ich krieg die Motten!

Noch so etwas Seltsames:
Schwimmen, und nicht voran kommen….