Was kennzeichnet eigentlich eine PPMS? Wie unterscheidet sie sich von anderen Krankheitssymptomen?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, da das Krankheitsbild stark schwanken kann, aber es gibt einige Symptome, die bei fast allen Patienten wiederkehren und somit gute Merkmale zum Erkennen einer PPMS darstellen:

  • beginnt in der Regel ab dem 40. Lebensjahr
  • es treten kaum bis keine Schübe auf
  • Symptome verändern und verschlechtern sich schleichend
  • Symptome, wenn einmal aufgetreten, werden sich nicht zurückbilden
  • Einschränkungen beziehen sich vor allem auf den motorischen Bereich

Es kommt nicht zu einer Rückbildung der Symptome, im Gegenteil. Was einmal neurologisch zu Ausfällen führt, wird mit der Zeit schlimmer. Wenn ich plötzlich nicht mehr richtig greifen kann, dann kann ich darauf warten, dass ich irgendwann gar nichts mehr festhalten kann.
Rosige Aussichten…..

Wie kommt es eigentlich zu einer PPMS statt einer schubförmigen Variante? Das liegt daran, dass die Krankheitsherde nicht unbedingt im Gehirn manifestiert sind, sondern im Rückenmark.

Wie unterscheidet sich nun die PPMS von der schubförmigen Variante?
Die PPMS verläuft nicht in Schüben, deren Krankheitsbilder und Symptome sich meist wieder zurückbilden. Sie zeichnet sich durch einen schleichenden Prozess aus. Einmal entstandene Symptome bilden sich nicht zurück. Da auch die Auslöser der PPMS andere sind als bei der schubförmigen Variante, greifen auch die Medikamente nicht.

Gibt es Therapiemöglichkeiten?

Ja, PPMS Patienten profitieren schon seit Jahren von Medikamenten gegen Parkinson. Und es gibt seit Kurzem ein Medikament, das erfolgreich eingesetzt und auch getestet wurde.

Ocrecvus®: erstes Arzneimittel gegen PPMS

„Ocrelizumab ist das einzige zugelassene Arzneimittel zur Therapie der Primär Progredienten Multiplen Sklerose. Es ist ein völlig neues Therapieprinzip. Patienten erhalten Ocrelizumab nur zweimal im Jahr“, umreißt Pfundner die „Revolution“ mit Ocrelizumab. Roche erwartet durch seinen neuen CD20-B-Zell-Antikörper einen „Durchbruch in der Multiple-Sklerose-Behandlung“. Und impliziert diese „REVolution“ der MS-Therapie bereits in der Nomenklatur von OcREVus®.

Quelle: deutsche-apotheker-zeitung.de

PPMS galt bis dahin als nicht wirklich behandelbar. Ocrevus scheint ein Durchbruch zu sein. Warten wir es ab…..