Bella Italia Teil 1

Ich war dort! Ich war in Italien! Ganze drei Wochen lang!

Am 27.08., das war ein Sonntag, sind wir losgefahren. Das Wetter hier zu Hause war den ganzen Sommer lang mehr als durchwachsen gewesen und wir haben uns auf drei Wochen Italien mit entsprechendem Wetter gefreut.

Unsere erste Station nach rund vier Stunden Gespannfahrt war Regensburg, Bad Abbach, der Campingplatz ist prima, die Betreiber sind sehr nett. Nach einer Nacht ging es weiter nach  Hermagor am Pressegger See. Das liegt schon in Österreich, da sind auch schon die ersten richtigen Berge zu bewundern.

Hermagor-Pressegger See

Unwetterfrust statt Urlaubslust

Unsere letzten Kilometer dorthin auf den Campingplatz hatten etwas Alptraumhaftes, das Wetter hatte sich den ganzen Tag ganz gut gehalten, bis uns vor Hermagor eine doch recht schwarze Wand entgegenkam. Uns dämmerte, dass dort ein  heftiges Gewitter im Anmarsch war.

Na ja, wir hatten ja nur noch einige wenige Kilometer zu fahren, solange würde das Gewitter wohl schon noch warten können.

Konnte es nicht. Von gleich auf jetzt ging ein Unwetter auf uns hernieder, wie ich es noch nie erlebt habe. Hagelkörner in Tischtennisballgröße knallten auf unser Auto und den Wohnwagen. Mit dem Gespann konnten wir auch nicht einfach so irgendwo unterkriechen, Es krachte, donnerte, blitzte, schüttete und hagelte zwischen den Bergen, als wollte die Welt nun tatsächlich ausgerechnet in Hermagor am Sonntag, den 27.08. gegen 17 Uhr untergehen. Auf der Straße bildete sich ruckzuck eine dicke Eisschicht und wir mit Sommerreifen und Caravan hinten dran zuckelten auf dieser Rutschbahn entlang.

Der Spuk dauerte nicht länger als zehn Minuten, wer das schon mal erlebt hat, weiß, wie lang das werden kann. Am Ende des Hagelschauers standen wir jedenfalls vor dem Campingplatz, inzwischen goss es nun nur noch in Strömen, mein Mann hat eine erste Inspektion vorgenommen und es schien nichts zerdeppert zu sein. Besonders unser Dachfenster im Wohnwagen, das große Heki, machte uns Sorgen, aber es war unversehrt!

Wir manövrierten unser Gefährt auf das Gelände und der Regen hörte auf. Wie nach einem Unwetter üblich, erwachte der Campingplatz sofort zum Leben. Aus allen Caravans, Wohnmobilen und Zelten kletterten die Bewohner und schauten etwas ungläubig und auch entsetzt auf die großen Hagelbälle, die noch überall im Rasen lagen.

Hier ist noch der Rest zu sehen, der hat sich auch zwei Tage lang gehalten:

Es hatte ziemlich kapitale Schäden gegeben. Ein Wohnwagen hatte eine völlig zertrümmerte Stoßstange, ein niederländisches Gespann hatte tatsächlich beide Hekis eingebüßt und überall dicke Beulen im Blech. Einer zeltenden Familie hatte es das halbe Zelt weggerissen. Überall Beulen, Dellen und Beschädigungen.

Zunächst waren wir einfach nur froh, dass wir wohl ohne Blessuren davongekommen waren, aber bei näherer Betrachtung kam zum Vorschein, dass die Front unseres Wohnwagens nun doch einem Knäckebrot glich. Dicke Beulen zieren die Frontseite. Und nachdem es getrocknet war, offenbarte unser Auto auch noch einige Schäden: Dach und Motorhaube zieren hübsche Beulen und Dellen, die da einfach nicht hingehören!

Nach der ersten Schockstarre und einer Anfrage an unsere Versicherung, dann doch die Erleichterung: solche Schäden sind durch die Teilkasko abgedeckt.

Also, erstmal keine Sorgen machen, Knäckebrot-Wohnwagen und Dellen-Auto weiter nach Italien scheuchen!

In Hermagor war es ziemlich kalt, wir waren in Jeans, Socken und Sweatjacke und natürlich der Regenjacke  unterwegs. Das war wenig sommerlich. Für die Weiterfahrt nach Italien haben wir uns für die Tauernautobahn entschieden. Unser Navi hat sofort nach der Eingabe der Adresse in Italien geblinkt wie verrückt: Die Strecke ist mautpflichtig!

Da braucht sich Autofahrer/in gar nicht drum kümmern, außer um ausreichend Bargeld, man kommt um die Mautstellen nicht herum.

Die Tauernstrecke ist toll! Atemberaubende Berge, blauer Himmel, einfach großartig!

Einige Tunnels später war es dann soweit: ich war zum ersten Mal in meinem Leben in Italien!