Bella Italia Teil 2

Wir hatten uns einen kleineren Campingplatz in Jesolo ausgesucht. Das liegt ca. 50km entfernt von Venedig mitten im beliebtesten Feriengebiet der Deutschen. Hier gibt es Campingplätze, die sind deutscher als ein Schäferhund!

Das wollte ich nicht, ich wollte Italien erleben! Unser Campingplatz „Parco Capraro“ liegt fast direkt an der Adria auf der kleinen Landzunge bei Jesolo. Hier verbringen viele Italiener ihren Urlaub, aber auch Deutsche, Österreicher, Briten….. es war ein bunt gemischtes Völkchen. Das hat mir gefallen, da wollte ich meinen Urlaub verleben!

Die ersten Tage waren wettertechnisch ganz und gar italienisch! Blauer Himmel, Strand, Wellen, Sonne, alles was dazugehört.

 

Feuchte Luft in Bella Italia!

Dann kam etwas, womit wir ganz und gar nicht gerechnet hatten: typisch deutsches Sommerwetter: Dauerregen, man kann schon sagen, es war ein Dauerschütt.
Strand, Liegen, die Cafes und Straßen waren leergefegt.

So ging das die nächsten zwei Wochen lustig hin und her:

mal Sonne mit Badewetter, mal dicke Wolken und Dauerregen.

Ich denke, das meistgenutzte Utensil im ganzen Urlaub war das Rommékartenspiel.

Mein Mann hat ungefähr 98 von 100 Spielen verloren, er hat es sportlich genommen, aber man konnte ihm ansehen, dass so langsam aber sicher die gute Laune flöten ging.

Am Ende wird (fast) alles gut

das traf auch auf unseren Urlaub zu. Die letzten Tage waren fast prima, wir hatten noch einmal Sommer-Badewetter!

Das „fast“ betraf unseren Abreisetag. Es hat wieder wie aus Eimern gegossen, wir hatten Mühe, all unseren Kram halbwegs trocken zu verstauen. Die größte Herausforderung war die Markise, die haben wir triefnass eingerollt. Da gab es keine Chance auf ein trockenes Einrollstündchen….

Mein MS Fazit

Was hat die“ olle Tante“ MS eigentlich die ganze Zeit über gemacht und getan? Hat sie den Urlaub gut verkraftet oder hat sie mir ordentlich dazwischengefunkt?

Ich muss sagen: Beides

Die Wärme macht mir natürlich zu schaffen, aber mit ausreichend Schatten und Päuschen war das gut zu bewältigen.

Camping ist eine prima Urlaubsform, wenn man mit Einschränkungen unterwegs ist. Ich kann bleiben, wo es mir gefällt, kann weiterfahren, wenn ich es dort doof finde, habe mein eigenes Reich, keine festen Buffetzeiten, die mir sowieso nie in den Kram passen, keine Kleiderordnung, absolute Freiheit. Das hat mir richtig gut gefallen.

Ich hatte allerdings unschöne Blasen, Pusteln, offene Stellen an einem Fuß, wo ich nicht weiß, wo das herkam. Ich tippe auf die Zehensteg-Sandalen…. irgendwas an den Dingern hat meinem linken Fuß ganz und gar nicht gefallen. Der rechte Fuß hat sich nicht zu Wort gemeldet.

Und ich hatte eine fette Einblutung im linken Auge, die mich zum optischen Zombie gemacht hat. Es war schon fast wieder abgeheilt, nun hatte ich wieder so eine dicke Einblutung im linken Auge. Da gehe ich doch mal lieber zum Doc!

 

 

 

Camping-Beute

Unser Camper-Dasein nimmt Formen an! Und was für welche!

Als Camper kommt man nicht um das Mekka der Wohnwagen-/ Wohnmobil-besitzer herum:

Obelink in Holland!

Sehr praktisch, direkt hinter der deutschen Grenze im wunderschönen Gelderland pilgert der Camper gen Obelink, das blaue Imperium in der platten Landschaft.

Es gibt einige sehr schöne Campingplätze in Schlagdistanz des Ladens, das ist sicher KEIN Zufall!

Wir hatten uns den Campingplatz Vreehorst in Winterswijk ausgesucht. Und wir wurden ganz und gar nicht enttäuscht, ein ganz toller Campingplatz! Hier könnt ihr euch informieren:

Camping Vreehorst

Hingefahren, abgehängt, eine Nacht campiert und am nächsten Morgen ging es los. Auf zu Obelink!

Obelink

In meiner Tasche ein langer Einkaufszettel!

Noch bevor wir wirklich in dem Laden drin waren, fanden die ersten nützlichen Dinge schon ihren Weg in den Einkaufswagen.

Ich weiß auch nicht, wie das immer passiert!

Wir schafften es tatsächlich, alle auf dem Zettel stehenden Dinge einzukaufen, wenn auch in drei Anläufen. Ja richtig, wir waren DREIMAL dort!

Einkaufen macht hungrig, da wir aber zu erledigt vom shoppen waren für irgendwas Anderes, haben wir gleich die ansässige Obelink-Gastronomie genutzt. Also, eine richtige Esskultur haben die Holländer definitiv nicht.

Dicke Burger, undefinierbare frittierte Rollen mit irgendwas Matschigem darin, Pommes…war nicht so meins. Aber was solls, andere Länder, andere Essgewohnheiten.

Und was haben wir denn nun alles gekauft?????

Ist ein bißchen schwer zu erkennen, ich zähle mal auf:

ein Vorzelt, das wir direkt in unsere Markise einhängen können, ohne Löcher in die Außenhaut des Wohnis zu bohren. Das war unsere Voraussetzung, wer bohrt schon freiwillig in seinen Wohnwagen???

Abspannseile dafür.

Passend dazu die Schürze für den luftigen Spalt unter dem Wohnwagen mit passender Radabdeckung, die hat sogar Taschen für alles Mögliche zum Verstauen.

Keile in klein und groß, damit das Wägelchen immer gerade steht.
Dazu noch so Erhöhungen, wenn der Boden sehr uneben ist, um verschiedene Höhen auszugleichen (da wäre ich nie drauf gekommen, dass man sowas braucht als Camper!)

Zweimal Zeuchs für den Fäkalientank, damit da nichts riecht und sich sonstwie selbständig macht.
Wischiwaschi für den Wohni, das macht auch gleich die unschönen schwarzen Streifen von den Gummidichtungen mit weg und Acrylputzi für die Scheiben.

Reiniger für die Wasseranlage, damit kein Frosch drin nistet, oder Bakterien oder sowas.

Abspanngurte für unsere Markise, wenn das Zelt da noch mit drin hängt, nicht dass es um- oder überklappt, haben wir im Urlaub gesehen, wie so eine Markise über das Dach geklappt ist: Markise kaputt, Dach beschädigt, sehr unschön.

Eine Verlängerung für die Stützen, damit Mann sich nicht mehr bücken muss, um die Stützen hoch und wieder runter zu kurbeln.

Und einen Fön! Wir besitzen tatsächlich nur einen Fön! Mein Mann braucht ja Keinen, aber ich! Leider unser Sohn auch. Entweder er ohne Fön oder ich….
Also ist ein Fön noch mit in den Einkaufswagen gewandert.

Unser Cadac Grill, der auf dem Foto zu sehen ist, ist nicht vom großen O, da haben wir Glück gehabt, den hat uns unser Campingnachbar in Vreehorst vermacht! Fast neu, nur wenig benutzt, für einen guten Kurs! Camping macht Freunde!

Cadac Safari chef

Aber den passenden Gasschlauch dafür, den gabs natürlich noch beim dritten und letzten Einkaufsanlauf noch vom großen O.

Und was wir auch gekauft haben, sind zwei klappbare Näpfe für unsere Hundedame, eine Fußmatte, an der man sich Steinchen, Dreck und Krümel abtreten kann und bestimmt noch etliche Teile, die ich jetzt vergessen habe, aufzuzählen.

 

 

Sanitärhäuschen sucht Platzangst

Ich wollte nie Camping machen. Der Gedanke an dunkle Sanitärhäuschen, Gemeinschaftsduschen, verklebte dunkle Toiletten gruselt mich richtig.

Ich bekomme dort Platzangst, genauso wie in kleinen Fahrstühlen.

Mein Mann, Freunde, alle, die es gut mit mir meinen, haben mich überzeugt, dass es das heute nicht mehr gibt. Der Anspruch an die Campingplätze ist da allgemein doch gewachsen.

Das Internet liefert Tausende Ergebnisse zum Thema „Sanitärgebäude auf Campingplätzen“.

toilettenschild

Alles sehr zufriedenstellend!

So sind wir zu Campern geworden. Die Story mit dem Wohnwagenkauf kennt ihr ja bereits. Nun sind wir das erste Mal auf große Fahrt gegangen und es wird Zeit für ein erstes Campingplatz-Sanitärhäuschen-Resümee.

Also ganz vorneweg: es gibt Sone und Solche!

Wer hätte das gedacht?

Aber der absolute Hit war ein kleiner Campingplatz mitten im Nirgendwo zwischen Bayern und den ersten österreichischen Gefilden.

Das Sanitärhäuschen war schon recht in die Jahre gekommen, aber sauber. So weit, so gut.

Es war dunkel darin, auch bei Tage (Wald drumherum). Als Lichtquelle dienten eine Reihe Baumarkt-Baulampen, die, mit dem Gitter um das Glas. Darin funzelte jeweils eine maximal 40 Watt Birne herum, die es gerade so schaffte, das Lampengehäuse auszuleuchten.

Mir war mulmig.

Mir war gar nicht campingmäßig.

Und dann kam noch das Wissen dazu, dass das Licht an die Duschmünze gekoppelt war, die mir die Campingplatz-Betreiberin in die Hand gedrückt hatte.

Zehn Minuten warmes Wasser und zehn Minuten Licht!

Das hieß: ausziehen, am Besten die Duschmünze erst einwerfen, wenn man schon nackig ist, duschen, Beine rasieren, Haare waschen, abtrocknen, eincremen, anziehen, rauslaufen. Alles in zehn Minuten.

Stress!

Die Vorstellung, in dem Gebäude mit seinen Reihen geschlossener Türen, geschlossener Türen und Fenster im Dunkeln allein zu sein, passt nicht in meinen Kopf. Zu groß bläht sich das Grauen da  auf, wo normalerweise alle Körperfunktionen ihre Arbeit tun.

Mein Magen rumort, mein Herz schlägt wie verrückt, ich habe trotz der Hitze und des warmen Wassers Gänsehaut und meine Beine schlackern mehr, als sie das ohnehin schon tun.

Platzangst!

platzangst

Panische Anfälle, mein blumiges Vorstellungsvermögen zaubert Unmengen bizarrer Bilder, die ich gar nicht sehen möchte. Augen zu nutzt nichts, das Kino findet ja in meinem Kopf statt.

Hier kann ich nicht bleiben. Wer kommt auf so eine Idee? Das Licht an das warme Wasser zu koppeln?

Meinen Mann brauche ich erst gar nicht überzeugen, der hat keine Platzangst, findet das aber auch mehr als beschissen.

Wir hängen unser Häuschen wieder an und wenden uns Österreich zu. Kommen die Ösis auch auf so verrückte Ideen?

Camping

ist so gar nicht meins…..

War bisher meine Meinung. Diese Waschhäuschen, wo man vom Wohnwagen aus mit der Toilettenrolle unterm Arm kilometerweit hinpilgert, sind nicht meine Welt.

Toilettenpapier

Inzwischen hat sich waschhäuschenmäßig eine Menge getan. Diese Häuschen sind besser ausgestattet als mein Bad daheim und alle modernen Wohnwagen haben eine eigene Toilette.

So ging mir eines Tages ein Campinglicht auf!

Ich will was von der Welt sehen! Und zwar sofort! Wer weiß, was die olle Tante MS noch so mit mir vorhat und da will ich vorher wenigstens noch Italien gesehen haben!

Ich will eine echte italiensche Pizza und ein echtes italienisches Eis essen!

Pizza

Das will ich unbedingt! Ich war tatsächlich noch nie in Italien.

Wir gingen auf die Suche nach einem älteren Wohnwagenmodell (mit Toilette) zum Ausprobieren.

Wir wurden auch fündig, der Wohnwagen war recht betagt, sah aber noch gut in Schuss aus und so wechselte das Gefährt den Besitzer. Wir haben gar keine Ahnung, wie ein „betagter Wohnwagen, aber gut in Schuss“ auszusehen hat. Wir waren nur der Meinung, dass es so war. Wir blätterten eine nicht unerhebliche Summe auf den Tisch und zuckelten glücklich nach Hause.

WW-Seite

Am selben Abend, beim Rangieren des Gefährts auf unserem Grundstück hatte unser Sohn einen Rangiergriff in der Hand, er hatte sich ganz unelegant aus seiner Verankerung gelöst.

Macht ja nix, ist ja auch ein älteres Modell, aber gut in Schuss!

Mein Mann wollte den Rangiergriff wieder neu befestigen und stieß dabei auf des Campers Alptraum!

Die gesamte Seite des Wohnwagens war weggegammelt. Beziehungsweise das Holz dahinter! Bei der Gelegenheit fiel uns auf, dass im anhaltenden Dauerregen des Tages das Wasser ebenfalls recht unelegant neben der Aufbautür an der Wand herunterlief!

Wir waren geschockt und völlig paralysiert.

Was sollten wir jetzt machen? Keiner von uns hatte auch nur den Hauch einer Ahnung, wie wir das reparieren sollten.

Wir schleppten das marode Häuschen zu einem Händler, der unser Gefährt in Augenschein nahm und lapidar meinte, das Ding wäre keinen Pfifferling, geschweige denn Euros wert.

Ich sah unser Geld gerade zum Schornstein hinausflattern.

Völlig unerwartet  einigten wir uns mit dem Vorbesitzer auf eine Minderung der Kaufsumme und stellten das morsche Wägelchen in bekannten Portalen ein. Natürlich erwähnten wir sämtliche Undichtigkeiten. Am selben Tag noch machte es sich mit seinen neuen Besitzern auf zu neuen Ufern.

Wir hatten nun unser Geld wieder, aber keinen Wohnwagen!

Italien, adé……

Vogel mit Ballon

Ich war ziemlich frustriert und traurig über unseren Missgriff. Am Schlimmsten waren die Tage, in denen wir gegrübelt haben, wie es mit diesem Torf-Wohnwagen an der Backe nun weitergehen sollte. Wir hätten nicht gedacht, dass der Verkäufer uns Geld wiedergibt. So ist es ja gut für uns ausgegangen, aber ich war restlos bedient.

Nichts desto trotz habe ich mit einem Auge immer wieder mal nach Wohnwagen im Netz Ausschau gehalten. Mein Mann hatte  ganz klare Ansagen gemacht:

Nix mehr mit „betagter Wohnwagen, aber gut in Schuss!“

Neu, mit Garantie und vom Händler, das waren die Bedingungen für eine neue Wohnwagen-Attacke.

Das Problem war da eher unser Budget. Neue Wohnwagen sind recht teuer.

Wir sind bei der Firma Sunlight fündig geworden. Ich habe unseren Wohnwagen gefunden!! Hurra!

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Im Osten der Republik, in Naumburg bei Caravan-Rossol sind wir fündig geworden!

Es ist ein Sunlight C 44D geworden, ein Jahr alt, neuwertig, mit Markise und Garantie!

Wohnwagen

Wen es interessiert: Das Wägelchen wiegt nur 1050kg, hat ein Festbett, eine Rundsitzgruppe, Kühlschrank, Herd, Spüle und natürlich eine Toilette und ein Waschbecken!

Italien, ich komme wohl doch noch!!

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