Wir sind Weltmeister!

Mann, war das ein Fußballkrimi!

Snusel war  mit Jolanthe unterm Hintern und der Familie im Schlepptau in den örtlichen Eventtempel aufgebrochen zum Public Viewing.

Die Halle war ausverkauft! Eins muss man ja wirklich sagen, die Ordner waren regelrecht besorgt, dass ich aus meiner Hüftperspektive vielleicht nicht genug vom Spiel sehen könnte. An dieser Stelle ein großes Lob an das Sicherheitspersonal der Lokhalle in Göttingen! Danke!danke

Und auch die Public Viewer rundherum haben mir und Jolanthe ausreichend Platz gelassen. So war viel Raum zum Gucken, zittern, meckern, bangen und natürlich am Ende zum Jubeln!

Endlich haben es die Jungs geschafft! Soooo lange musste Jogis Truppe auf diesen Triumpf warten!

Nach der ersten Halbzeit musste Snusel  mal aufs Örtchen. Das Nächstgelegene, was ja praktisch gewesen wäre, war abgeschlossen, also hat der jüngste Snuselspross seine Mama durch die diskutierende und auf einen Rollstuhl wenig achtende Menge manövriert. Ich muss sagen, ich wusste bisher nicht, dass die menschliche Anatomie so viele verschiedene Hintern und Hüften hervorbringt! Meine Perspektive und die energischen Schiebe- und Manövrierkünste meines Sohnes haben mich diesen Körperteilen gefährlich nahe gebracht. Ich musste dauernd an Zwiebeln, Bohnen und Erbsen denken, die schauerliche Dinge in diesen Regionen anrichten.

Ich schweife mal wieder vom Thema ab….

Am Ende der argentinischen Pattexstrategie (die haben wirklich an unseren Jungs geklebt!) stand jedenfalls das 1:0 und ein gutes Stück nach Mitternacht sind wir mit der wogenden, singenden und tanzenden Menge in die Innenstadt losgezogen.

Wirklich, wer es nicht erlebt hat, glaubt es nicht: eine Nation ist Fußball! Sensationell!

Mitten auf dem Marktplatz herrschte Gedränge, selbstredend, wir sind ja Weltmeister! smiley_emoticons_stapel

Noch mehr Hintern und Hüften, gepaart mit jeder Menge Taschen, Rucksäcken, Fahrradsätteln und lauter solchem Zeug, das dem Snusel in der Jolanthe ebenfalls gefährlich nahe kam. Dieses Mal gingen meine Assoziationen in Richtung blaues Auge, Kieferbruch und solch hässlichen Dingen. Mir war auch nicht bewusst, dass in dieser Höhe eine andere Klimazone wohnt. Während der Snuselehemann die frische Luft lobte, die ihm nach der stickigen Eventhalle nun um die Nase wehte, konnte das Snusel dergleichen nicht feststellen, in Snuselhöhe war Waschküchenklima angesagt: warm, stickig und nach allem Möglichen riechend.

Wenn ich hätte kommunizieren wollen, dann hätte ich  lernen müssen, wie ein Hintern zu reden. Das war mir ob der späten Uhrzeit zu stressig.

Die Snuselfamilie ist weit nach Mitternacht, eher in den ganz frühen Morgenstunden wohlbehalten und unverletzt wieder im heimischen Snusellager eingetroffen.

Mein Fazit als Rollstuhlfahrerin das erste Mal mitten in einer solchen Veranstaltung:

Uih, Nerven brauchste und am besten eine verstopfte Nase, lerne mit Hintern zu reden, dann isses nicht so langweilig und meide Taschen, die überwiegend junge Damen über den Schultern hängen haben und die bei einer unbedarften Bewegung derselben dazu neigen, dich im Sitzen auszuknocken.

Aber, und das ist ganz wichtig zu wissen:

Fast alle waren nett, hilfsbereit und unkompliziert.