Zeitdruck mit und durch die Multiple Sklerose

Gibt es das tatsächlich? Wieso sollte ich Zeitdruck durch eine chronische Erkrankung haben?

Doch, das ist tatsächlich so, und das betrifft fast alle chronisch Erkrankten, habe ich festgestellt.

Das Gefühl, keine Zeit zu haben, weil die MS dir womöglich eines schönen Tages alle Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten nimmt, wird übermächtig!

Auch Einblick.ms-persönlich hat sich im März diesem Thema gewidmet:

Alex beschreibt ihren Lebenswunsch, und wie sehr sie die Angst treibt, dass sie diesen Wunsch womöglich nicht realisieren kann:

Tick tack

Gina fällt auf, dass sie mit Stress und Zeitdruck, den Familie und Selbständigkeit mit sich bringen, sehr gut meistern kann

Warum Zeitdruck mit MS (doch) nicht sein muss

Nils scheibt über die Kostbarkeit der Zeit


Kostbare Zeit

Peter beschreibt aus Angehörigensicht, was ein Neustart nach MS für den Betroffenen selber, aber auch für das Umfeld bedeutet und dass es da durchaus verschiedene Schlussfolgerungen geben kann:

RESET: Keine Macht der MS!

Ich bin sicher, dass sich Betroffene, Angehörige und auch Freunde, Nachbarn in diesen Beiträgen wiederfinden! Viel Einsicht beim Lesen wünsche ich euch!

Hakuna matata

Es gibt keine Probleme.

So heißt das übersetzt.  Die Löwen wissen Bescheid! Das Lied mit dem gleichnamigen Titel ist ja nicht umsonst der Titelsong beim “König der Löwen”.

Ich hatte auch so ein “Hakuna matata”. Neulich beim MRT.

Magnetresonanztomographie, das Wort ist genauso sperrig wie die Untersuchung selbst. Man wird in eine Röhre großen Ausmaßes geschoben, bekommt den Kopf fixiert, ehe man sich versieht, steckt ein Zugang in der Vene …..fürs Kontrastmittel….

und los gehts.

Die Geräusche in dem Ding sind keine Geräusche. smiley_emoticons_panik4

Es ist der Weltuntergang im Kleinen. Zumindest für Denjenigen, der mit dem Kopf in dem Ding steckt. Es rumpelt, hämmert, klopft, ballert, knallert und summt, fährt hin und her, schweigt, rumpelt wieder los.

Von einer Zehntelsekunde auf die Nächste: absolute Ruhe

Nur um dann wieder völlig ohne Vorwarnung loszuknallern.

So geht das geschlagene 20 Minuten hin und her.

Damit Einem nicht langweilig wird, bekommt man Kopfhörer mit einem Radiosender auf die Ohren, da hört man sowieso nichts von, während das Ding die Hölle loslässt.

Am Ende der Untersuchung kommt ein mehr oder weniger fröhlicher Arzt und teilt einem die ersten augenscheinlichen Ergebnisse mit.

In meinem Fall hat er mir dazu gratuliert, dass nichts Neues zu sehen ist. Ein paar kleine Herde, ein bißchen bling bling im Kopf, aber na ja….. keine großen Probleme im Kopf.

“Das ist doch ein schönes Ergebnis!”- sprachs und entschwand.

Ich saß da und habe mich gefragt, ob ich jetzt lachen oder doch lieber weinen soll. Klar, der Mann ist Radiologe und kein Neurologe, aber so ganz grundlegende Dinge sollte er doch wissen, meine ich.

Für meinen primär progredienten Verlauf heißt das:

Snuselchen, in deinem Köppi ist wenig Licht, aber dafür gehen wohl deine Nervenverbindungen still und leise einfach den Bach runter.

Einfach gesagt:

Schubweiser Verlauf – viel Entzündungsaktivität, die auch wieder weggeht und mit ihr die meisten Einschränkungen

Progredienter Verlauf – wenig Entzündungsaktivität, dafür gehen die Nervenverbindungen einfach unter, sterben ab, verkrümeln sich, sind weg

Und was weg ist, ist weg.

Einen Vorteil hat das ja: was weg ist, macht keine Probleme. Zwinkersmilie

So schließt sich der Kreis:

Hakuna matata