Von Angehörigen für Angehörige

Das ist das neue Thema auf Einblick.ms-persönlich.de

Angehörige schreiben über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und ihre Gefühle zum Thema MS. Tolle Geschichten und Bilder!

Wenn eine Krankeit wie MS in das Leben bricht, ist immer das ganze Umfeld mit betroffen, das vergessen leider auch manchmal die Betroffenen, dass es Angehörige gibt, die genauso mitfühlen, mitleiden und die die gleichen Ängste haben wie der Erkrankte selbst. In diesem Monat kommen Angehörige zu Wort:

Meine Tochter Caro schreibt über ihre Gefühlswelt als Angehörige:
Wenn der Humor die Farbe wechselt

Mein Mann schreibt aus seiner Sicht:
1000  Gesichter der MS, aus der Sicht des Angehörigen

Wie die Einstellung zur MS  alles ändern kann, schreibt Sabines Mann Stjepan
Give me a new mind

Und zwei neue Kolumnen berichten aus dem Alltag mit MS

Heike schreibt über bleierne Müdigkeit:
Ich kann mich nicht erinnern, wie es sich anfühlt, nicht müde zu sein

Alex über Vergesslichkeit:
Ist das wirklich nur Schussligkeit?

 

Absolution

ist ein seltsames Wort. Irgendwie mit Religion verbunden.

…Lossprechung von den Sünden…., römisch-katholisch, laut Wikipedia.

Absolution bedeutet für meinen Minimalkosmos: ich habe für alles, aber auch für alles eine Entschuldigung, ein Alibi, eine Nicht-Verantwortung.

Weil ja die olle Tante schuld ist.

Wie praktisch.

Ist das wirklich so?

Da ja Multiple Sklerose auch das Oberstübchen durcheinanderfegt und so nette Sachen wie Konzentration, Erinnerungsfähigkeit oder einfach nur Merkfähigkeit durch den Hirnmixer dreht, ist alles smooth und tutti.

Selbst wenn mein Gegenüber mich über irgendeine relevante oder nicht relevante Tatsache gar nicht informiert hat, ist es am Ende die olle Tante gewesen, die es mich hat einfach vergessen lassen.

-“Wie? Das wusstest du nicht? Entweder hörste mir nie zu, oder es liegt an der MS oder Beides.”

Oder auch schön ist so eine Mischung aus vorwurfsvollen und mitleidigem Blick:
_ “ooooch, hastes vergessen?” smiley_emoticons_neutral

Peng, dann stehste da, rumpelst deinen Gehirnkasten auf der Suche nach der fehlenden Information durch, nur um festzustellen, dass die olle Tante das wie Mary Poppins mit ihrem schei-*beep*-Schirm durch den Schornstein gejagt hat.

Oder hat dein ach so gesundes Gesprächsgegenüber einfach nur vergessen, es dir mitzuteilen?

Bitterböse schwankend zwischen Gummihölle und Schokohimmel wage ich die These, dass so manches Mal nicht die olle Tante schuld ist, wenn ein Termin in die Binsen geht oder einfach nur eine Absprache scheitert. Ich wage die These, dass so manches schon zitierte Mal ein Angehöriger, Arbeitskollege, Sportsfreund ganz froh ist, wenn er oder sie die olle Tante MS vorschieben kann, um nicht zugeben zu müssen, dass schlicht und ergreifend selber mal was vergessen wurde.

Das Fenster, aus dem ich mich gerade lehne, ist verdammt groß oder klein, je nachdem.

Ich tue es trotzdem, schließlich kann ich immernoch sagen, beim Schreiben des Beitrags hat mir die olle Tante MS gerade eine Lehrstunde zuteil werden lassen, was es heißt, nicht ganz bei Trost zu sein…..

…schließlich bekomme ich ja Absolution, ich kann ja nix dafür.

smiley_emoticons_irre2